Veränderungen als Zweifachmama

Ich hatte heute ein Gespräch mit einer Freundin, die selbst Mama einer wundervollen Tochter ist. Ein Gespräch über Dinge, die sich als Zweifachmama so ändern. Ein interessantes Gespräch, was mich auch im Nachgang nochmal darüber nachdenken ließ.

Generell muss ich sagen, hat sich mein Leben mit der Geburt von Emily grundlegend komplett verändert. Ich hatte anfangs wahrlich Mühe, mich in meiner Mamarolle zurecht zu finden, einfach zu realisieren, dass da jetzt ein kleines Würmchen ist, für das ich volle Verantwortung trage und was mein eigen Fleisch und Blut ist.

Dank meiner besten Freundin und meiner Hebamme habe ich damals ziemlich schnell festgestellt, dass man nicht gleich aufhören muss „Frau zu sein“, nur weil man jetzt Mama ist. Das man mit guter Organisation auch hier und da kleine Lücken für die so wichtige „Me-Time“ findet, um zu entspannen oder Hobbies nachzugehen. Hobbies – übrigens ein wichtiger Punkt. Hatte ich vor dem Mamasein keine und erst dadurch habe ich gelernt, wie wichtig sie doch sind.

Auch ein wichtiger Punkt: sich nicht gehen zu lassen, sondern sich weiterhin so zurecht zu machen, wie man sich selbst am liebsten mag und wohl fühlt.

Ich weiß noch, es war drei Monate nach Emmis Geburt an Silvester – ich habe mich das erste Mal als Mama wieder hübsch zurecht gemacht und etwas geschminkt. Und es hat sich gut angefühlt. Ich bin nicht der Typ Frau, die sich tonnenweise Makeup ins Gesicht klatscht, aber schlicht und dezent geschminkt fühle ich mich doch wohl :-). Und dieser Abend gab mir einen kleinen Schubs und ich blühte endlich wieder auf, war für mich selbst nicht mehr so verkrampft und konnte auch mit unserem kleinen Baby viel lockerer und selbstsicherer umgehen. Ich habe mich einfach wieder „ich selbst“ gefühlt und konnte das Mamasein dadurch noch besser genießen!

Mit der Zeit wuchs ich an meinen Aufgaben, lernte organisierter zu leben und versuchte alles unter einen Hut zu bekommen. Es hat wirklich eine Weile gedauert und mit dem Wiedereinstieg ins Berufsleben waren wir drei ein richtig gut eingespieltes Team.

Zwei Jahre später fand ich mich vor meinem Chef wieder und beichtete meine erneute Schwangerschaft. Ein Tag, an dem sich unser Leben grundlegend veränderte. Schon wieder. Denn mit dieser Beichte dem Chef gegenüber fiel eine enorme Last von mir ab und als hätte es nur daran gelegen, setzte nur zwei Tage später die Schwangerschaftsübelkeit so enorm ein, dass ich nicht mehr in der Lage war, zu arbeiten und sogar ins Krankenhaus musste. Da sich das alles bis in zur Hälfte der Schwangerschaft zog, folgte ein Beschäftigungsverbot. Von jetzt auf gleich war unser Alltag nicht mehr wie vorher – ich war nicht mehr arbeiten, konnte mich kaum um den Haushalt kümmern und der Papa und Emmi wurden ein richtig super eingespieltes Team und wuppten alles gemeinsam.

Mit dem Tag der Geburt unseres kleinen Babymädchens, zog diese Veränderung weitere Kreise. Von jetzt auf gleich übermannten mich Gefühle, die ich so auch nicht erwartet hatte – nie hätte ich geglaubt, dass ein Mensch so viel Liebe für zwei kleine Wesen in sich tragen kann.

Von jetzt auf gleich habe ich meine große Tochter mit völlig anderen Augen gesehen. Wie sie da stand, an Lias Krankenhausbettchen und voller Stolz ihre kleine Schwester streichelte. Mir wurde schlagartig klar, dass sie wirklich kein Baby mehr ist sondern ein eigenständiger kleiner und doch schon so großer Mensch.

Auch in den folgenden Wochen wurde mir das bewusst! Sie war auf einmal so verantwortungsbewusst (wie man es eben in ihrem Alter sein kann) und hat sich so liebevoll um ihre kleine Schwester gekümmert. Von Tag zu Tag hätte ich vor Stolz mehr platzen können!

Doch nicht nur meine Sicht auf Emily hat sich verändert. Auch die Sichtweise auf uns als Familie ist für mich nun eine ganz andere, viel intensivere. Endlich hatte ich das Gefühl, als Familie komplett zu sein. Wie ein großes Ganzes. Immer wieder spielen sich in meinen Gedanken Szenen aus meiner eigenen Kindheit ab: die wundervollen und so wertvollen Stunden als Familie. Feiertage, Feierlichkeiten, Ausflüge oder einfach nur Rumalbern. Das ganz normale Familienleben, eben so, wie ich es gewohnt war. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich all das nun auch habe. All das, was ich immer haben wollte.

Und JA, DAS hat mich definitiv verändert! Ich habe angefangen, die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen und ich habe begonnen, jedes wundervolle Erlebnis mit meinen Kindern ganz tief in mich einzusaugen, damit ich sie niemals vergesse.

Kurz gesagt: ich fühlte mich als Zweifachmama endlich in meiner Mamarolle angekommen und rundum wohl. Und nicht nur das: ich entwickelte mich zur richtigen Hausfrau und wuchs auch organisatorisch weiter über mich selbst hinaus.

Es ist für mich noch immer unfassbar, wieviel ich in den letzten Monaten dazugelernt habe, wie sehr wir alle uns selbst weiterentwickelt haben.

Und ja, auch bei mir gibt es Sachen, mit denen ich weniger zufrieden bin. Da ist zum Beispiel das oben angesprochene Thema, des sich „Zurechtmachens“. Denn inzwischen habe ich da, zu meinem Leidwesen (und wahrscheinlich auch das meines Mannes 😉 ) eine kleine Faulheit entwickelt: Wenn ich mich morgens schminke, muss ich den ganzen Mist ja abends wieder abschminken. Abends, wenn ich so erledigt vom Tag bin – also lassen wirs doch lieber ganz sein.  Bequemlichkeit hat hier zur Zeit die Oberhand 😉 Wirklich wohl fühle ich mich damit nicht immer, klar zu Hause oder nur mal kurz zum Kindergarten oder Spielplatz ist kein Problem. Doch wenn wir am Wochenende Ausflüge machen oder uns mit Freunden treffen, nehme ich mir für die Zukunft vor, mich doch wieder etwas zurecht zumachen. Einfach für mich selbst 😉 Denn irgendwie lebe ich momentan zum größten Teil NUR NOCH für meine Kinder und das bin einfach nicht ich.

Auch muss man als Zweifachmama stets daran arbeiten, beiden Kindern gerecht zu werden und die Bedürfnisse beider Mäuse zu stillen. Das kann teilweise echt kräftezehrend sein.

Eine weitere Veränderung als Zweifachmama, die mir in den letzten Wochen sehr zu schaffen macht: Mein Gott bin ich abends kaputt! Ja, um 21 Uhr habe ich bereits das Gefühl, es sei 23 Uhr. Spätestens 22 Uhr, wenn ich es überhaupt bis dahin schaffe, schlafe ich ein. Ich hoffe, das liegt nur an den vergangenen anstrengenden Wochen voller Krankheit und Entwicklungs-/Wachstumsschüben bei den Kids.

Also fassen wir zusammen: für mich hat sich alles verändert als Zweifachmama.

Ich habe das Gefühl, die Welt nun mit anderen Augen zu sehen.

Ich spüre abends deutlich, dass ich den ganzen Tag zwei Kinder versorge und nicht mehr nur eins.

Auf einmal ist die Ordnung im Haushalt für mich so wichtig geworden.

Und das wichtigste: wir alle sind als Familie noch näher zusammengerückt.

Doch damit sind die Veränderungen als Zweifachmama noch nicht vorbei. Uns stehen mit Sicherheit noch einige Änderungen und Hürden bevor. Allein wenn ich an meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben im Herbst denke.

Doch bis dahin ist es noch eine Weile und jetzt genießen wir einfach noch unser Familienglück!

3 Kommentare zu „Veränderungen als Zweifachmama

  1. Ein sehr schöner Blogpost! Du sprichst mir sehr aus der Seele, habe ich jedoch „nur“ eine 8 Monate alte Tochter und bin auch kaputt. Mit dem Zurecht machen ist auch so eine Sache. Momentan darf ich nicht aus dem Raum gehen – es wird sofort geweint 😦 Hoffe, das ist bald wieder vorbei!

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