Auf der Suche nach dem Glück…

Es war ein grauer, kalter Herbsttag im November. Gefühlt war schon Winter. Warm eingepackt lief ich durch die Straßen in unserem Dorf – mit Musik in den Ohren. Vor mir her schob ich den Kinderwagen mit unserem Babymädchen. Und wie ich da so lief und dem Babymädchen beim Schlafen zusah,

verlor ich mich komplett in meiner Gedankenwelt.

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Ich dachte an früher. Wie wir als Kinder die großen Feste, wie Weihnachten, verbracht und empfunden haben. Daran, dass ich mir schon bald gewünscht habe, irgendwann auch mal Kinder zu haben, denen ich all die tollen Traditionen und Werte weiter vermitteln kann. Und dann dachte ich an die Zeit, wo ich mir nichts mehr gewünscht habe, als selbst Mama zu werden und wie dieser Wunsch tatsächlich nach langem Warten in Erfüllung ging.

Ein Gedanke führte zum nächsten: unsere Hochzeit, der große Umzug in die neue Heimat, der Verlust unseres zweiten Babys und nun, ganz frisch, die Geburt unseres Babymädchens.

ZUFRIEDENHEIT. GLÜCK. DANKBARKEIT

Da lief ich also: frisch gebackene Zweifachmama von zwei bezaubernden Prinzessinnen. Meine Kinder sind für mich das pure Glück und ich bin mehr als dankbar, dieses Glück so erleben zu dürfen. Und da wurde mir klar: kann man überhaupt NOCH glücklicher sein? Sind wir nicht manchmal einfach zu ungenügsam?

Wenn ich dem Babymädchen so zusehe, wird mir klar: sie benötigt nicht viel, um glücklich und zufrieden zu sein: Liebe und Geborgenheit (und frische Windeln, saubere Sachen und Milch 😉 ). Auf Emmi trifft das auch zu, nur benötigt sie noch etwas mehr: neben Spielzeug möchte sie zur Zeit viel gefördert und gefordert werden. Und mir fällt auf: je älter wir werden, desto anspruchsvoller werden wir in Bezug auf das Glücklichsein. Eigentlich traurig, dass uns Großen die Unbeschwertheit aus Kindertagen fehlt.

ZUFRIEDENHEIT. GLÜCK. DANKBARKEIT

Der TV – Werbespot eines großen Discounters bringt es auf den Punkt: „Kinder brauchen nicht viel, um glücklich zu sein…“ – also, wieso tun wir Erwachsenen uns so schwer damit?

Doch was ist eigentlich Glück? Auf duden.de findet sich unter anderem folgende Definition:

„…angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“

Glück ist also subjektiv, da jeder andere Wünsche und Vorstellungen hat. Wenn ich also unrealistische Herzenswünsche (!), wie einen Millionen-Lottogewinn hätte, würde es wohl lange dauern, eh mein „Zustand der inneren Befriedigung“ (s. Zitat) erreicht ist und ich würde mich auf Dauer nicht glücklich fühlen.

Mir wird so langsam klar, woher das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ eigentlich kommt…

Meine Gedanken kreisen weiter… was kann man also tun, um seine Ansprüche tief im Inneren etwas zu senken und somit „schneller“ oder leichter glücklich zu sein?

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Vielleicht sollte man sich selbst erst mal vor Augen halten, was man eigentlich alles hat. Denn oft ist es doch so, dass man sich selbst einen Wunsch erfüllt, aber dann doch immer noch nicht zufrieden ist. Beispiel: „Oh ich hätte so gerne mal mehr Geld zur Verfügung“ Und dann kommt der Punkt, wo dieser Wunsch eintritt, doch es dauert nicht lange und man ist wieder unzufrieden, da man schnell eine andere Verwendung für das „zusätzliche“ Geld findet. Kann es uns Menschen heutzutage also nie genug von etwas Positivem sein? Wieso können die Meisten sich nicht einfach damit glücklich schätzen, was sie bereits haben? Einfach dankbar sein?

Mal ehrlich, schrauben wir unsere Ansprüche etwas herab und sind dadurch schneller zufrieden, steigt bei einem selbst doch auch gleich die Laune und vor allem die Motivation. Das wäre doch ein guter Weg gegen all das Böse in unserem Alltag…

Und während ich weiter lief und meine Gedanken weiter kreisten, wurde mir genau bei diesem Punkt bewusst: meine Herzenswünsche haben sich schon erfüllt (Ok, so ein großes schickes Haus und der Lottogewinn wären auch nicht schlecht 😉 – kleiner Scherz am Rande – ) und ich habe mehr als Grund genug, zu behaupten, dass ich überglücklich und zufrieden bin! Besonders nach dem Verlust des zweiten Babys habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als dieses Gefühl noch einmal erleben zu dürfen, einfach mit dem Kinderwagen gemütlich durch die Straßen zu schlendern und einfach glücklich zu sein.

ZUFRIEDENHEIT. GLÜCK. DANKBARKEIT

Ich habe zwei gesunde Kinder und kann Ihnen nun all das weitergeben, was ich selbst an meiner Kindheit so sehr geliebt habe. Ich kann nun auch eine Mama sein, die ihren Kindern strahlende Augen zaubern möchte und all die Liebe weitergeben möchte.  Ich empfinde Dankbarkeit. Und meine anfangs gestellte Frage kann ich nun auch beantworten: ich vermute NOCH glücklicher kann zumindest ich aktuell wohl nicht sein. Denn ich kann nun endlich sagen: ich habe meine eigene komplette kleine Familie, in der alle wohlauf sind! Familie – in der heutigen Zeit so wichtig!

Wie ich da nun also weiter lief, mit der ersten Weihnachtmusik in diesem Jahr auf den Ohren, stieg meine Freude auf die kommenden Wochen ins unermessliche. Und ich habe mir in genau dem Moment besonders für dieses Jahr vorgenommen, zu versuchen das Weihnachtsfest und die Zeit drumherum ohne Stress anzugehen und einfach nur zu genießen. Unser erstes Weihnachtsfest zu viert.

Ich bin zufrieden! Sei ihr es auch?

ZUFRIEDENHEIT. GLÜCK. DANKBARKEIT

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