Löwenmama

Wie sagt man so schön? Die Sorgen um das eigene Kind beginnen mit dem positiven Schwangerschaftstest und enden nie mehr…

Besonders in der jetzigen Zeit, wo Emily ein Stück weit „selbstständiger“ wird und nicht mehr wohl behütet bei uns oder ihrer Tagesmama ist, sondern im Kindergarten, will mein Mutterinstinkt mich immer wieder zur Löwenmama werden lassen.

img_7591

Schon vor einigen Monaten gab es Situationen mit Kindern aus der Nachbarschaft, die mich als Mama unendlich traurig gemacht haben (für Emmi aber wahrscheinlich nur halb so schlimm waren 😀 ) So waren da zum Beispiel ein paar Mädels, allesamt schon um die 7 Jahre alt und somit viel älter als Emmi. Diese Mädels haben draußen mit ihren Barbies gespielt und Emmi wollte total gerne mit spielen, was die Mädels aber nicht wollten. Für mich auch verständlich, Emmi war ja noch nicht einmal 3. Doch in diesem Moment hat das traurige Gesicht meiner Maus mir das Herz zerrissen (und mich dazu gebracht, dem Kind die erste Barbie zu kaufen 😉 ).  Viel sagen konnte und wollte ich in dieser Situation nicht, denn ich konnte ja auch die Mädels verstehen und habe trotz allem versucht, Emily das zu erklären und sie anderweitig abzulenken.

Dann gab es, wie wahrscheinlich bei jedem, schon öfter Situationen, in denen Emmi sich mit ihren Freundinnen um Spielzeug gestritten hat. Anfangs fiel es mir noch schwer, mich da nicht einzumischen, damit die Kids lernen, mit solchen Situationen selbst umzugehen. Mittlerweile ist das aber kein Problem mehr für mich und wir greifen nur ein, wenn die Situation ausweglos scheint oder die Kinder anfangen, körperlich zu werden. Alles schön und gut.

Doch nun ist Emily im Kindergarten. Neue Situation, neues Umfeld, neue Freundschaften. Und sie stößt nun erstmals auch auf Kinder (Und die Mama auf andere Mütter 😉 ), mit denen sie nicht so klar kommt oder auch anders herum. Eben wie es bei uns Erwachsenen auch ist: mit den einen versteht man sich super, mit anderen wird man einfach nicht warm.

So gibt es in ihrer Gruppe zum Beispiel ein Mädchen, mit der Emily einfach nicht so recht klar kommt. Sie scheint zwar mit ihr spielen zu wollen oder nach dem Kindergarten gemeinsam heim laufen zu wollen, aber doch sitzt sie dann wiederum da und weint, weil gerade dieses Mädchen sie scheinbar geärgert hat oder sie mit ihr eine Auseinandersetzung hatte. Letztens ging es um das lapidare Thema, dass Emily von ihr als „Baby“ bezeichnet wurde. Für Emily ein Drama. Und mein Mamaherz weint in solchen Situationen direkt mit ihr mit. Könnte ich sie doch vor solchen Dingen beschützen…

Von einer anderen Mama weiß ich, dass es mit genau diesem Mädchen wohl schon oft mal Probleme gegeben hat, die bis ins körperliche (schlagen, beißen und kratzen) gingen, was bei uns bisher zum Glück nicht der Fall ist. Vor ein paar Tagen konnte ich beobachten, wie die Mutter mit eben diesem Kind umgeht und da schimmerte in mir ein leiser Verdacht durch, woher das Mädchen solche „Manieren“ hat. Doch genau bei so etwas, was gegen mein Kind geht, schreit meine innere Stimme los und weckt die Löwin in mir. Am liebsten würde ich dem Kind so richtig die Meinung geigen und sie so richtig zur Sau machen, was natürlich nicht geht, es ist ja noch ein Kind. Und irgendwie muss Emily ja auch den Umgang mit solchen Menschen lernen (mal ehrlich, die Welt ist ja leider voll mit Idioten und Problemen) Sollte es aber jemals zu solch körperlichen Auseinandersetzungen kommen, wird sich die Mutter des Mädchens mal einiges anhören dürfen. Fälle wie dieser oder einfachere Dinge wie „Die will nicht mit mir spielen“ machen mich innerlich soooo….grrrrr…ich weiß nicht welches Wort da passt 😀 Typisch Mama, wünsche ich Emily doch auch nur, dass sie viele Freunde findet und es nicht schwer hat und dass sie eben keinesfalls traurig ist. Es ist einfach unendlich schwer, zu akzeptieren, dass mein kleines Mädchen langsam groß wird und Stück für Stück erkennt, dass nicht mit allen Menschen gut Kirschen essen ist und sie auch vor Situationen gestellt wird, in denen nicht alle nur mit ihr Spielen möchten. Doch wie reagiert man als Mama in solchen Situationen richtig? Bis zu welchem Punkt kommen die Kinder selbst mit solchen Situationen klar und ab wann stellt man sich wie eine Löwin brüllend vor sein Kind um es vor dem „Bösen“ zu schützen? Und wie vermittle ich meinem Kind den richtigen Umgang und mehr Selbstbewusstsein für solche Situationen?

Dinge wie diese zeigen mir erneut, dass man meiner Meinung nach nie aufhört, in die Mutterrolle hineinzuwachsen. Ständig tauchen neue Situationen auf, mit denen nicht nur die Kleinen Schwierigkeiten haben, sondern eben die Mama/der Papa auch. Und wahrscheinlich gilt auch hier der Grundsatz, dass jeder den für sich besten Weg finden muss, dafür eine Lösung zu finden…

Und meine Güte, da werden wohl noch so einige „Problemchen“ auf uns zu kommen, in denen ich die Löwin in mir bändigen muss: Streit mit den Freundinnen, Wechsel in die Schule, der erste Liebeskummer und und und….Ich mag da noch gar nicht dran denken, dass auch für Emily irgendwann diese unbeschwerte Zeit der Kindheit vorbei sein wird und sie Tag für Tag selbst mit den Problemen des Alltags klar kommen muss. Irgendjemand muss doch mal eine Methode erfinden, mit der man diese Zeit festhalten und „einfrieren“ kann…

Ja, die Sorgen werden wohl niemals enden, wenn man Mama ist…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s