Kaiserschnitt – meine Erfahrungen

Etwas über zwei Wochen ist es nun her, dass unser kleines Babymädchen das Licht der Welt erblickt hat. Da sie gerade eben seelenruhig neben mir liegt und schläft, dachte ich, ich nutze mal die Gunst der Stunde und schreibe darüber, wie ich den Kaiserschnitt/die Geburt erlebt habe.

Zunächst begann der Tag des Kaiserschnitts mal wieder typisch mit meiner Tollpatschigkeit. Nachdem wir Emily bei einer Freundin abgegeben haben, welche sie dann später in die KITA gebracht hatte, sind wir auf schnellstem Wege ins Krankenhaus gefahren, um auch pünktlich 6:30 Uhr dort zu sein. Und natürlich musste ich mich GENAU vor dem Krankenhaus erstmal langlegen 😦 . Über die Gehwegkante gestolpert, flog ich im hohen Bogen auf den wirklich sehr harten Boden. Glücklicherweise konnte ich mich mit Knien und Händen abfangen, sodass ich nicht auf dem Bauch gelandet bin 😉 Mein Knie habe ich mir dennoch so aufgeschlagen, dass die Hebamme das erstmal versorgen musste und mein Knie seither nun eine Narbe ziert…naja so viel dazu 😀

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Nachdem nochmal CTG geschrieben wurde, wurde ich auch schon auf mein Zimmer gebracht, wo ich mich in die „schicke“ OP-Kleidung werfen sollte und die super sexy Thrombosestrümpfe anziehen musste (und die durfte ich erst bei Entlassung wieder ausziehen 😦 ) . Und schon gings ab in den OP, während mein Mann noch auf die Hebamme gewartet hat, die ihm gezeigt hat, wo er hin muss, um sich umzuziehen.

Im OP angekommen, wuselten direkt total viele Menschen um mich herum. Hebamme, Anästhesie, Ärzte, Assistenten – das volle Programm. Es wurde nochmal nach den Herztönen gehört, ich wurde ans Blutdruckgerät und EKG angeschlossen und bekam einen Zugang für die Infusion gelegt. Anschließend wurde mir die Teilnarkose gesetzt und es dauerte nur wenige Minuten, bis ich vom Brustkorb abwärts nichts mehr gespürt habe. Ein wirklich gruseliges Gefühl, nicht mehr Herr über den Großteil seines Körpers zu sein. Die Ärzte haben mehrfach überprüft, ob die Narkose auch wirklich richtig wirkt.

Zwischenzeitlich versagte mein Kreislauf, was aber wohl normal sei und ein Zeichen dafür ist, dass die Narkose richtig gesetzt ist und auch richtig wirkt. 😉 Ich bekam ein Mittel, was den Blutdruck wieder stabiliserte und schon ging es mir besser und mein Mann durfte endlich mit in den OP kommen. Kaum war er da, merkte ich schon, wie die Ärzte begannen. Gefühlt 1 Minute später sagte die Anästhesistin schon „Die Fruchtblase wird jetzt grad geöffnet und man sieht schon das Köpfchen.“ Unglaublich. Es kam mir vor wie eine Achterbahn der Gefühle. Es ging sowas von unglaublich schnell! Und da war er schon, der allererste Schrei von unserem Babymädchen 🙂 ❤ Mir liefen die Tränen, so überwältigt war ich. Man hat sie uns kurz gezeigt und anschließend schnell untersucht. Da alles bestens war, durften wir die Maus auch gleich bei uns behalten 🙂 Mein Mann hatte sie die ganze Zeit im Arm und mir direkt ans Gesicht gelegt, damit ich so ein klein wenig mit ihr Kuscheln konnte. Sie war/ist so perfekt!

Während die Ärzte meinen Bauch wieder zu nähten, sackte mein Kreislauf ein weiteres Mal ab und ich musste mich direkt auch übergeben. Doch auch hierfür habe ich schnell ein Mittel bekommen, welches mich allerdings unendlich müde gemacht hatte.

Nachdem die OP abgeschlossen war, wurden wir in einen Aufwachraum gebracht, wo noch etwa eine dreiviertel Stunde mein Kreislauf und die Narkose beobachtet wurden, ehe wir in den Kreissaal kamen, von Lia dann ordentlich untersucht, gewogen und vermessen wurde.

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Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder in meinem Zimmer und konnten die Kuschelzeit richtig genießen.

Im Nachhinein war es die Beste Entscheidung, einen Kaiserschnitt zumachen, da Lia mit dem Köpfchen am Beckenknochen festhing und so nicht vorbei – ins Becken hinein – rutschen konnte. Zudem hat man kurz vor der Geburt durch eine Blutentnahme festgestellt, dass erneut eine leichte Schwangerschaftsvergiftung vorlag.

Mittlerweile geht es uns aber wieder soweit gut. Nachdem die ersten Tage nach der OP für mich der blanke Horror waren, was die Schmerzen und mein Körpergefühl betraf, geht es mir mittlerweile auch wieder richtig gut. Lediglich ausgiebiges Laufen und Bewegen ist noch nicht drin, aber das ist nicht schlimm, denn momentan soll ich sowieso noch viel liegen und mich schonen. Ideal, wenn man so ein kleines, süßes und verkuscheltes Baby hat 😉

Alles in Allem kann ich nicht sagen, welche Geburt nun besser war: die spontane bei Emmi oder der Kaiserschnitt bei Lia. Fakt ist: bei Emily habe ich mich aufgrund der Schmerzmittel viel benebelter gefühlt und kann mich bis heute an das Meiste nicht mehr erinnern. Bei Lia konnte ich alles ganz klar miterleben und auch die ersten Momente intensiv in mein Gedächtnis aufsaugen 😉 Allerdings war ich bei Emily natürlich im Anschluss viel mobiler, als nach dem Kaiserschnitt. Und wie gesagt, die Tage nach der OP waren der Horror für mich und ich kann nicht nachvollziehen, wie manche Frauen sich das freiwillig antun können. Aber auch hier gilt: Jedem das Seine und jeder so, wie er es für richtig hält! Unverschämt finde ich nun aber definitiv Aussagen wie „Kaiserschnitt? Du warst wohl zu faul für eine normale Geburt und hast dir den leichteren Weg gewählt?“

NEIN!!! Mädels (und auch Jungs), so ein Kaiserschnitt und sämtliche damit verbundenen Strapazen (von Schmerzen bis hin zur Unbeweglichkeit) sind mal GAR KEIN Zuckerschlecken und auch die Heilung im Anschluss dauert viel länger!

Dennoch muss ich sagen, hatten wir auch im OP letztendlich ein wundervoll emotionales Geburtserlebnis!

Welche Erfahrungen habt ihr denn gemacht?

4 thoughts on “Kaiserschnitt – meine Erfahrungen

  1. Es war schön zu lesen, dass der Kaiserschnitt nicht sooo furchtbar war, emotional. Natürlich ist es körperlich nochmal ganz was anderes, immerhin wird soviel aufgeschnitten, dass es einfach weh tun muss und es dauert, bis alles wieder zuheilt.
    Ich hatte zwei normale mit und ohne PDA, die ohne war der blanke Horror was Schmerzen angeht, aber es ging mir danach besser, bin nach 3 Std. wieder heim. Werde es wieder so machen, auch wenn mir der Gedanke an die Schmerzen alles andere als Freude bereitet. Bin diesmal knapp an einem Kaiserschnitt vorbei, der liebe Mann hat sich doch noch gedreht, jetzt muss er nur noch rauskommen 🙂 gut zu hören, dass es nicht so schlimm ist, wie gedacht – unangenehm, aber gut zu verkraften 🙂

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  2. Auf mich wartet im März aus gesundheitlichen Gründen auch ein Kaiserschnitt für mein kleines Mädchen. Und ehrlich gesagt hab ich wegen der OP die Hose gestrichen voll! Da ist es schön, einen Bericht wie diesen zu lesen. Das beruhigt dann doch etwas 😊 Wünsche euch auf jeden Fall alles Gute und bin schon gespannt wie ich meinen Kaiserschnitt in ein paar Monaten erlebe …
    Liebe Grüße, Anjulie

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