Gedanken vor dem Kaiserschnitt – die letzten Stunden zu dritt…

Wow, nun ist es also soweit: die Schwangerschaft neigt sich dem Ende und in wenigen Stunden werden wir bereits zu viert sein 🙂

Für mich noch immer unbegreiflich, was aber vielleicht auch daran liegt, dass wir aufgrund des Kaiserschnittes dieses Mal schon genau wissen, wann das Babymädchen zu uns stoßen wird.

Rückblick

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Mir ist noch, als wäre es letzte Woche, dass ich den positiven Test in der Hand hielt. Gefolgt von wochenlanger extremer Übelkeit (Hyperemesis) inklusive Krankenhausaufenthalt. Es war eine wirklich harte Zeit, die ich so noch nie erlebt hatte. Hinzu kam die Angst, wieder eine Fehlgeburt zu erleben, wie vor genau einem Jahr…(meinen Bericht dazu findet ihr HIER)

Trotz aller Schwierigkeiten am Anfang, muss ich sagen, war es (verglichen mit der Schwangerschaft bei Emily) eine wirklich schöne und angenehme Zeit. Ab etwa der Mitte der Schwangerschaft lief es bombastisch. Ich habe mich fit gefühlt, meine emotionalen Schwankungen ließen nach, ich hatte keinerlei Wassereinlagerungen (das komplette Gegenteil als bei Emmi damals) und war hochmotiviert, was den Nestbau betrifft. Überhaupt konnte ich den dieses Mal zum ersten Mal so richtig wahr nehmen und umsetzen 😀

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Für mich auch wunderschön: zu sehen, wie Emmi auf den wachsenden Bauch reagiert und Stück für Stück begriffen hat, dass da in Mamas Bauch ihre Schwester heranwächst 🙂 Es war/ist so wundervoll, wenn sie ankommt, mit dem Bauch kuschelt und ihm Küsschen gibt oder mit ihrer Schwester redet. Herzerwärmend ❤

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Einfach eine wundervolle Zeit, die ich dieses Mal wahrscheinlich gerade durch Emmi so intensiv wahrnehme.

Gut, die letzten Wochen jetzt waren wirklich beschwerlich aber dennoch kein Vergleich zu den letzten Wochen aus der Schwangerschaft mit Emily. Wassereinlagerungen kamen dieses Mal tatsächlich erst jetzt ganz am Ende in der 39. Woche. Dafür plagen mich dieses Mal enorme Becken Schmerzen, die mich die letzten Wochen doch sehr in meiner Beweglichkeit eingeschränkt haben. Da ich bei Emily ja aber dennoch übler dran war durch das HELLP-Syndrom, will ich mich da grad gar nicht beschweren 😉

Weniger schön war natürlich jetzt am Ende das Hin- und Her bezüglich des Krankenhauswechsels, was ich euch im letzten Schwangerschaftsupdate näher erläutert hatte.

Doch zusammengefasst muss ich sagen, dass ich mich dieses Mal allgemein sicherer fühle bezüglich dem, was da auf uns zu kommt. Das liegt wohl einfach daran, dass ich den Umgang mit einem Baby nun gewohnt bin und bei verschiedenen Situationen ziemlich gut und realistisch einschätzen kann, wie es denn werden wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, im Gegensatz zur Babyzeit von Emily damals, dass der Papa nun aufgrund unseres Wohnortwechsels vor 2 Jahren nicht mehr auf Montage ist und kann mich nach Arbeit super unterstützen und entlasten kann. Das nimmt irgendwie wirklich enorm viel Druck, wenn ich so an die Zeit mit Emmi als Baby denke.

Abschied von der Schwangerschaft

Ja, jetzt am Ende werde ich doch glatt etwas wehmütig. Ich genieße, trotz aller körperlichen Anstrengungen die letzten Stunden mit meinem Babybauch. Wohlwissend, dass es die letzten überhaupt sein werden, da unsere Kinderplanung dann damit erstmal abgeschlossen ist. Das ist auch der Grund, weshalb ich eigentlich nahezu jeden Moment der Schwangerschaft besonders in mich aufgesaugt habe und versucht habe in meinem Gedächtnis fest abzuspeichern. Ich bin, besonders nach unserer Fehlgeburt, mehr als dankbar, dass ich die Chance habe/hatte nochmal die Gelegenheit bekommen zu haben, eine Schwangerschaft von Beginn an so wahrzunehmen. Besonders, weil ich immer noch das Gefühl habe, dieses intensive Gefühl in der Schwangerschaft bei Emily damals irgendwie verpasst zu haben. Und nun konnte ich das doch nochmal nachholen.

Ja, ich habe irgendwie das Gefühl, mich von dieser Schwangerschaft verabschieden zu müssen, um unseren neuen und spannenden Lebensabschnitt begrüßen zu können.

Mir werden die Tritte unseres Babymädchens sehr fehlen. Ebenso wie die schon geschilderten Momente mit Emily, die Aufregung bei den ganzen Vorbereitungen, der Schwangerschaftsaustausch mit allen anderen Mitschwangeren, die ich durch das Bloggen hier kennenlernen durfte, allgemein die ganze Spannung und Vorfreude während der Schwangerschaft sowie die Namensfindung und gemeinsame Träumerei mit meinem Mann (wie wird sie wohl aussehen? Wie wird unser Leben zu viert? usw.). Was mir auch besonders fehlen wird: man darf einen schönen, runden dicken Bauch haben ohne Bedenken 😉 Der Bauch kommt ja schließlich von der Schwangerschaft und nicht vom vielen Essen. Man muss den Bauch nicht verstecken, im Gegenteil, man betont ihn ja doch eher 😉 Doch sind wir mal ehrlich… ich vermute, mir werden auch die Dinge wie Schlaf und Ruhe fehlen 😀

Ja, liebe Schwangerschaft, du wirst mir doch irgendwie sehr fehlen! Dennoch freuen wir uns riesig auf das „Ergebnis“ als Ende der Schwangerschaft und all das, was nun auf uns zu kommt!

Gedanken vor dem Kaiserschnitt

Der enormen Vorfreude steht nun allerdings auch der Kaiserschnitt gegenüber. Wird alles gut gehen? Werde ich unter der Teilnarkose auch wirklich keinerlei Schmerzen spüren? Werde ich die Schmerzen im Anschluss gut aushalten?

Alles Fragen, die mir logischerweise sehr durch den Kopf schwirren. Zwei, drei durchaus positive Erfahrungsberichte habe ich mir bei Youtube angesehen bzw. auf anderen Mamablogs gelesen. Mehr allerdings nicht, das habe ich mir selbst verboten, um mich nicht selbst verrückt zu machen. Gleiches galt für das Googeln nach Kaiserschnitterfahrungen. Da würde man wohl eh nur negatives lesen und sich selbst in Panik versetzen. Deswegen bin ich stolz auf mich, mein Verbot auch eingehalten zu haben 😉 Zudem kann ich so zwar mit den normalen Ängsten aber ohne große Vorurteile an die Sache herangehen. Lediglich mit ein, zwei Mamis die ich kenne, habe ich kurz über das Thema gesprochen.

Einige Ängste konnten mir glücklicherweise auch schon in den Aufklärungsgesprächen in der Klinik genommen werden.

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Jedoch bleibt eine Angst, die mir wohl keiner nehmen kann: bei Emmi damals hatte ich auf Anraten der Ärzte wegen der langen Wehenphase eine PDA bekommen und die hatte nur einseitig gewirkt. Nun habe ich entsprechend Angst, dass dies wieder passiert. Gut, es ist ja bei einem Kaiserschnitt doch ein anderes Narkoseverfahren als bei einer PDA, aber dennoch…die Angst wird wohl bis zum Zeitpunkt der OP nicht vergehen.

Ich muss zugeben, vor der OP an sich habe ich zwar enormen Respekt und bin schon irgendwie aufgeregt, aber viel, viel mehr Angst habe ich tatsächlich vor den Tagen danach, was die Schmerzen und Beweglichkeit betrifft. Wann werde ich wieder selbstständig aufstehen und auf Toilette oder Duschen gehen können? Diese ganz alltäglichen Dinge erscheinen mir dadurch unglaublich wichtig.

Große Angst habe ich auch davor, dass unser Babymädchen nicht gesund ist oder es Komplikationen bei ihr gibt. Doch ich hoffe, dass das nur die Aufregung meinerseits ist und nicht der Realität entspricht 😉

Auch beschäftigt mich die Frage, wie Emily letztendlich dann doch auf ihre Schwester reagieren wird. Wird die Umgewöhnung für sie auch nicht allzu extrem werden? Wir wollen es ihr auf jeden Fall so leicht wie möglich gestalten und sie dabei unterstützen, ihre Schwester kennen- und lieben zu lernen. Damit die Umgewöhnung auch vom Tag der Geburt an so leicht wie möglich ist, habe ich dem Papa schon eine lange Liste geschrieben, mit Dingen, die er während meiner Abwesenheit unter anderem bei/mit Emmi beachten muss 😉

Der Nestbautrieb hat in den letzten Tagen nun auch dafür gesorgt, dass ich hier im Haushalt all das fertig bekommen habe, was auf meiner To Do – Liste stand und nun beruhigt ins Krankenhaus gehen kann 😀

Babymädchen, nun ist alles bereit für dich – du kannst kommen 🙂

Egal, wie groß die Sorgen und Ängste nun sind, am Ende zählt, dass wir ein hoffentlich gesundes Baby in den Armen halten werden.

Die Stunden sind gezählt – ist das aufregend 😀

 

7 thoughts on “Gedanken vor dem Kaiserschnitt – die letzten Stunden zu dritt…

  1. Ich hoffe ihr habt alles gut hinter euch gebracht und dass du dir im Nachhinein das denkst was fast alle denken: so schlimm ist es dann auch wieder nicht 😉💪
    Ich wünsche euch eine wundertolle erste Zeit und viele zauberschöne Momente mit der Kleinen. ❤❤❤

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  2. Hoffentlich klappt alles, wünsche es Euch von ganzen Herzen.
    Bitte berichte wie es dir ergangen ist, evtl. muss ich in 5 Wochen auch einen Kaiserschnitt machen lassen. Würde mich sehr interessieren wie es dir ergangen ist.

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  3. Ich wünsche Dir alles alles Gute für die Geburt der kleinen Schwester! Ich hatte einen Kaiserschnitt, deswegen kann ich Dir aus der eigenen Erfahrung heraus sagen: mach Dir nicht so viele Gedanken, alles wird gut!
    Ich hoffe, ihr habt einen guten Start ins neue Leben zu viert!

    Herzliche Grüße
    Alicja Wiktoria

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