Betreuungskosten in Deutschland – zu hoch?

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Gestern machte ein Beitrag über Betreuungskosten in Deutschland auf Facebook die Runde.

Demnach sollen Eltern von Drillingen wohl 1300 € im Monat nur für die Kinderbetreuung in der KITA ausgeben. Eine enorme Summe, wenn man sie erstmal so hört. Zumal diese Eltern durch 3 Kinder im selben Alter ja so schon eine hohe finanzielle Belastung haben. Klar, man muss bedenken, es geht hier um 3 Kinder. Aber teilt man diese Summe auch durch 3, kommt man immer noch auf ca. 433 € pro Kind. Eine beachtliche Summe für Kinder ab 3, wie ich finde!

Doch auch wir wurden schon mit so hohen Kosten konfrontiert. Für Emmi haben wir bisher für die Betreuung bis Nachmittags etwa 500 € gezahlt – für unter 3 Jahre. Jetzt, mit Eintritt in den Kindergarten sinkt der Beitrag natürlich aber mit Essengeld liegen wir da immer noch bei ca. 300 € monatlich (inklusive Essengeld). Rechnen wir jetzt mal weiter, kommen wir voraussichtlich bei der Betreuung beider Kinder (wenn das Babymädchen dann 1 Jahr alt wird) dann auf etwa 700 € monatlich, die wir allein für die Kinderbetreuung erwirtschaften müssen. Echt übel und da stellt sich einem doch die Frage, ob es sich für manche Eltern dann überhaupt lohnt, arbeiten zu gehen.

Mir ist bewusst, dass auch die Erzieher irgendwie ihr Gehalt gezahlt bekommen müssen und auch sollen! Schließlich ist ihre Arbeit nicht zu verachten, betreuen sie immerhin das Wichtigste in unserem Leben! Aber umso absurder erscheint es doch, dass man immer wieder (und das nicht zu knapp) liest und hört, dass man in wirklich vielen Gegenden in Deutschland GAR NIX mehr für die Kinderbetreuung ab 3 bezahlen muss. In anderen Regionen, ist der Betreuungsbeitrag abhängig vom Einkommen der Eltern. Aber wozu!? Ist die Betreuung von Kindern mit wohlhabenderen Eltern etwa mehr Wert, als die von Kindern von Eltern mit weniger Einkommen? Schließlich erhalten sie doch haargenau dieselbe Betreuung!? Es muss doch möglich sein, deutschlandweit ein einheitliches System einzuführen! Auf der anderen Seite hört man dann immer wieder „Beschwerden“, es würde zu wenig Geburten in Deutschland geben. Selbst von Auswanderungen junger Familien in andere Länder, unter anderem aus solchen Gründen, habe ich schon viel gehört. Aber sind wir ehrlich, jungen Familien werden aber auch oft Steine in den Weg gelegt (nicht nur finanziell).

Ja, in Deutschland gibt es das Elterngeld – ob der Betrag dafür angemessen ist oder nicht, sei dahingestellt und soll hier nicht zum Thema werden. Aber dieses Elterngeld kann man auch nur für 12 Monate (Alleinerziehende 14 Monate) bzw. 24 Monate, wenn man den Betrag monatlich halbiert, beziehen. Und danach? Heutzutage können es sich doch nur noch die Wenigsten leisten, ihre Kinder bis 3 oder gar bis zum Schulbeginn selbst zu betreuen. Somit ist man ja regelrecht gezwungen, sein Kind mit 1 Jahr (oder 2 Jahren) in Betreuung zugeben, um wenigstens etwas die Haushaltskasse aufbessern zu können. Abgesehen davon gehöre ich ja bekanntlich zu dem Typ Frau, die sich nicht nur über das Mamasein definiert, sondern auch arbeiten gehen und einfach mal hier „rauskommen“ möchte, auch wenn das Finanzielle den Hauptgrund für meine Berufstätigkeit darstellt.

Mir ist bewusst, dass es zu diesem Thema unzählige Meinungen gibt und es generell ein heißdiskutiertes Thema darstellt. Daher meine Frage an euch: Wie zufrieden seid ihr mit den Betreuungskosten für eure Kinder? Wie steht ihr zu diesem Thema? Ich freue mich auf eure Teilnahme an der Umfrage und auch über alle fairen Kommentare (ohne gegenseitige Anfeindungen) und Ansichten dazu! Wer möchte, kann mir auch gern mal mitteilen, was ihr so bezahlen müsst, um eure Mäuse in gute Hände abzugeben.

 

10 Kommentare zu „Betreuungskosten in Deutschland – zu hoch?

  1. Das System ist mehr als ungerecht und ich frage mich wie es rechtlich aussieht…
    Ich zB gehe ganztags und Schichtarbeiten,mein Sohn ist 15Monate und ich bin alleinerziehend und soll für die Tagesmutter (weil Kita wegen der Arbeitszeiten nicht geht) im Kreis Westerwald 770Euro im Monat bezahlen,während andere mit dem gleichen Verdienst, einen Kreis weiter Siegen oder Altenkirchen „nur“ 165-265 Euro bezahlen müssen.
    Im Kreis Westerwald sieht die Staffelung ab einem Jahreseinkommen von 38000 Euro vor das man für sämtliche Kosten ob Kita oder Tagespflege selbst aufkommen muss,während man in anderen Kreisverwaltungsbezirken nur etwas zuzahlen muss und das bei gleichem Verdienst. das ist ungeheuerlich ungerecht….
    Wir sind gerade in den Westerwald gezogen und ich kann nur jedem mit Kind davon abraten dorthin zu ziehen….wir werden auch so schnell es geht in einen anderen Kreis ziehen.

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  2. Toller Beitrag, danke dafür. Gehöre auch zu der Kategorie „geht so“. Wir zahlen pro Monat für unsere 2 jährige 154 € für eine 30 Std. Woche. Für 40 Std. wären es 200. Dazu kommen allerdings noch die Kosten für das Essen ca. 60 €.
    Dennoch wissen wir um Tagesstätten die kostenfrei sind und aber ebenso um welche die für gleiche Leistungen ca. 100 € mehr verlangen und das in einem Radius von 50km in unserem Umkreis. Das ist schon Wahnsinn. Ich suche derzeit einen neuen Job da ich meinen nicht weiterführen konnte und wollte. Ich finde es aber sehr wichtig, dass die Kleine im Kiga ist bei Kindern und bei einer Abwechslung die ich ihr so nicht bieten könnte. Dennoch haben viele kein Verständnis dafür, da ich ja die Zeit hätte sie zu betreuen. Ich fände auch eine Pauschale richtig. Aber wichtiger noch fände ich, dass es genügend Einrichtungen gibt mit ausgebildeten Personal so das kein Engpass entsteht. Wie kann es sein das meine Freundin in München bspw bereits im 6. Monat ein Kiga Platz anmelden musste damit das auch klappt und sie ihren Job weiterführen kann danach. Auch in unserer dörflichen Gegend fangen die Engpässe an. Häuser sind zu klein. Alles Überbelegt und Erzieher an ihren Grenzen. Dazu Eltern die 15 km in eine Richtung pendeln um ihre Kinder abzugeben um danach 40 km in die andere zum arbeiten zu fahren. Es ist und bleibt ein Chaos in Deutschland mit der Kinder und Bildungspolitik.

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    1. Ja das mit dem Engpass ist hier ähnlich..auch passen hier oft die vorgegebenen Betreuungszeiten gar nicht mit den eigentlichen Arbeitszeiten zusammen, sodass eine Arbeitszeitverkürzung unumgänglich ist. Oft fragt man sich auch, wieso Eltern einen Ganztagesplatz erhalten obwohl sie nur 50% arbeiten oder gar zu Hause sind, während voll berufstätige Eltern für ihre Kinder nur einen Halbtagesplatz wegen „Platzmangel“ erhalten. Zumindest bei uns in dörflichen Gegenden sind Ganztagesplätze Mangelware. Da läuft doch auch etwas verkehrt. Danke für deine Meinung!

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  3. Hallöchen. 😊 Ich bin die Sparte „Geht so“. Bei uns gibt es den Geschwisterbonus. Dh. Für Kind Nr. 2 bezahlen wir weniger. Für beide Kinder (4 und 2 Jahre) inkl. Essengeld bezahlen wir für ein Ganztagsplatz (quasi 10 Std.) ca. 320€ im Monat. Achja in Sachsen-Anhalt wohnen wir. Bei uns in der Stadt variieren die Kitakosten allerdings sehr. Ich glaube wir sind noch eine der „günstigen“. Ich wäre gern wenn es mir möglich gewesen wäre mindestens 2 Jahre daheim geblieben mit den Kindern aber bei uns ist es so, das wir mein regelmäßiges volles Einkommen brauchen. „Nur“ von Elterngeld bzw. geteiltes Elterngeld können wie nicht leben. Aber es ist ok. Die Kinder gehen gern in die Kita und ich mag die Abwechslung auf Arbeit. 😅 Obwohl ich unsere Schichtarbeit eher semi gut finde aber das ist eine andere Geschichte. 😅

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    1. Den Geschwisterbonus gibt es bei uns auch, der macht in der Kita allerdings grad mal 10 Euro im Monat aus…Und wie schon geschrieben, geht es uns finanziell da genauso, dass ich eben nicht länger als ein Jahr daheim bleiben kann, weil sonst mein Einkommen spürbar fehlt! Danke für deinen Kommentar!

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  4. Hallo,
    Unsere Tochter wird Ende des Monats 1 Jahr und wir befinden uns momentan in der Eingewöhnung in der Kita.

    Ich muss sagen das ich extrem Glück hatte, den Platz zu bekommen, sie geht in eine Bundeswehrkita, wir zahlen um die 300€ mit Essen, betreuunszeiten haben wir von 6:45-16:30. am Freitag bis 14Uhr. Für den selben Platz in einer anderen Kita im Ort hätten wir an die 600€ bezahlt, somit hätte ich nur für die betreuungskosten und für meine Fahrtkosten gearbeitet. Ich denke wenn man möchte, das es mehr Kinder gibt und das auch aus der Mittel- oder Oberschicht, dann muss da noch ordentlich was verändert werden um den Müttern oder Vätern den wieder Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern bzw den Kindern eine adäquate Betreuung ermöglicht werden kann.

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    1. Die Betreuungszeiten sind unseren sehr ähnlich mit Mo-DO 7-16.30 und FR 7-13 Uhr. Aber 600€ sind dafür ja auch echt extrem! Und wie verrückt ist es bitte, dass im selben Ort der Platz um die Hälfte günstiger ist!? Meine Rede, man hat es als arbeitende Eltern (meiner Meinung nach besonders Mütter) wirklich nicht leicht, wieder in den Beruf zurückzufinden… Danke für deinen Beitrag!

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  5. Interessanter Beitrag. Hier sind die Kosten nach Einkommen gestaffelt, aber trotzdem happig. Dafür ist das 2. Kind gratis. Ich finde, Kita sollte vom Staat finanziert werden. Schließlich ist die Betreuung überwiegend dazu da, damit beide Eltern wieder in die Kassen einzahlen können.
    Die Staffelung ist sicher eine Mischkalkulation, damit Einkommensschwache nicht so belastet werden. Allerdings Haut der Beitrag auch bei uns schon mächtig rein und mich würde mal interessieren, wie die auf die Beiträge kommen.

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    1. oh, das zweite Kind komplett gratis? Von dieser Kosten-Variante habe ich bisher noch nichts gehört. Verrückt. Aber gut für euch, auch wenn der Betrag so „reinhaut“. Aber woran die Beiträge festgemacht werden, möchte ich auch gern mal wissen. Die einzige Antwort, die ich darauf finden konnte bzw. bekam war, dass das jede Gemeinde gemeinsam mit der KITA wohl für sich entscheidet. Aber ob das so stimmt!? Danke auf jeden Fall für deine Meinung!

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