Schwanger nach einer Fehlgeburt

Ich habe länger überlegt, ob ich diesen Beitrag wirklich so verfassen und vor allem auch veröffentlichen soll. Wieso? Weil es doch um ein sehr persönliches Thema geht – meine Gedanken und Ängste in dieser Schwangerschaft nach der Fehlgeburt.

Auch kam mir der Gedanke in den Sinn, ob das dann überhaupt jemand lesen möchte….Doch ich habe mich FÜR diesen Beitrag entschieden, auch weil ich damals viel nach solchen „Berichten“ gesucht habe und kaum fündig wurde und auch, weil es auf meinem Blog ja genau darum gehen soll: meine Gedanken und Erfahrungen zu den verschiedensten Themen…

Aber mal von Anfang an… Für diejenigen, die erst in der letzten Zeit neu dazugekommen sind oder die, die es einfach noch nicht wussten: Im vergangenen Jahr, genauer gesagt Oktober 2015, habe ich unser zweites Wunder durch eine Fehlgeburt verloren. Damals habe ich auch einen Beitrag verfasst, den ihr HIER nochmals nachlesen könnt.

Für uns stand aber fest, dass wir nach einer kurzen Pause dennoch weiter versuchen, unsere Familienplanung durch ein zweites Wunder komplett zu machen. Und so hatte ich das unglaubliche Glück Mitte Februar erneut einen positiven Test in den Händen zu halten. Und so seltsam es scheint: dieses Mal hatte ich von Beginn an im Gefühl: Das geht geht gut! Dieses Baby wird auf die Welt kommen! Trotz aller Komplikationen, wie einer kleinen Blutung oder der ätzenden Hyperemesis in den ersten Monaten, war ich mir von Tag zu Tag sicherer: Dieses Baby wird im Oktober auf die Welt kommen – komme was wolle! 😉

Ehrlich gesagt, war ich von meiner positiven Einstellung nach dieser Erfahrung doch sehr überrascht. Ich habe mir damals gedacht, sollte ich je wieder schwanger werden, wird dass aufgrund der Ängste und Sorgen wahrscheinlich Horror! Aber NEIN! Selbst bei der kleinen Blutung im dritten Monat war ich zwar etwas nervös, blieb aber verhältnismäßig immer noch sehr ruhig. Vielleicht war es auch der kleine Strohhalm, an dem ich mich festhielt, dass ich nicht umsonst so enorm unter Erbrechen (bis Ende 5. Monat) leiden konnte und einfach positiv denken MUSSTE! Was soll ich sagen – bisher (30.Woche) hat es sehr gut funktioniert 😉 Unser Babymädchen ist prächtig entwickelt und alles ist so, wie es sein sollte.

Klar, ich möchte nicht abstreiten, dass da immer wieder Gedanken an unser verlorenes kleines Wunder waren. Oft habe ich daran gedacht, wie weit ich in der Schwangerschaft wäre und was wäre, wenn…. besonders am errechneten Entbindungstermin von damals – dem 27.5.2016 war ich gedanklich nur bei diesem Thema. Und ja, zwischendurch überkam mich immer wieder der Gedanke, dass es trotz aller positiven Gefühle doch noch schief gehen könnte – auch über die magische 12./13. Woche hinaus…

Jetzt, rückblickend betrachtet muss ich zugeben, dass ich mich die ersten Monate genau deshalb gedanklich nie zu 100% auf diese Schwangerschaft eingelassen habe und immer versucht habe, es mit etwas Abstand zu betrachten. Erst mit dem Ultraschall in der 22. Woche, als wir endlich erfahren durften, dass in mir ein Babymädchen heranwächst, bekam für mich alles „Hand und Fuß“ und ich konnte mich nun wirklich darauf einlassen, ein zweites Mal Mama zu werden.

Meine Vorfreude wuchs stetig, ich verfiel meinem Nestbautrieb und putzte, plante, organisierte und räumte was das Zeug hielt 😀

In den letzten Tagen/Wochen beschlichen mich jedoch wieder diese Gedanken – auch jetzt kann noch etwas passieren. Etwas, dass uns unser Glück wieder von einer Sekunde auf die andere zerstört. Und getrübt sind sie, die positiven Gedanken und damit auch die Vorfreude…Nicht immer, aber doch hin und wieder kommen dann eben diese Sorgen um unser kleines Babymädchen. Die Gedanken, dass es ja schonmal so schlimm und schmerzlich endete. Immer wieder hört oder liest man in den Medien von Frauen, die ihre Babys kurz vor der Geburt gehen lassen mussten. Ich schalte dann schon immer sofort weg oder schließe die entsprechende Internetseite, um so etwas gar nicht lesen zu müssen. Denn auch, wenn sich nun immer mehr Angst und Sorge dazu schleicht, versuche ich, meine positive Einstellung nicht zu verlieren!

Vielleicht liegt diese Verunsicherung jetzt auch daran, dass ich diese Schwangerschaft automatisch immer mit meiner ersten Schwangerschaft mit Emily vergleiche. Denn die war gesundheitlich bei mir ein reines Chaos. Anfangs die obligatorischen 12 Wochen, in denen man sich nicht so wohl fühlt. Dann stimmte ständig etwas mit Urin- oder meinen Blutwerten nicht. Meine Schilddrüsenunterfunktion verschlimmerte sich, ich hatte erheblichen Eisen- und Vitamin D-Mangel und so ab der 25. Woche etwa immer stärker werdende Wassereinlagerungen, die sich dann am Ende als Schwangerschaftsvergiftung entpuppten. Es war also keine Traumschwangerschaft. Doch dieses Mal scheint es (bis auf die ersten Monate mit der Hyperemesis) doch anders zu laufen: meine Blutwerte sind Top- keinerlei Eisen- oder Vitaminmangel und meine Schilddrüse ist top eingestellt und hat sich bisher noch nicht einmal verschlechtert. Von Wassereinlagerungen bisher keine Spur, selbst mein Ehering und alle Schuhe passen mir noch 😉 Natürlich ist das Anlass zur Freude, doch ich denke genau deshalb bin ich jetzt auch so verunsichert: „Es kann ja gar nicht sein, dass auf einmal alles so gut läuft.“

Trotz allem sage ich mir immer wieder: positiv denken und vor allem die Zeit der Vorfreude und Vorbereitung genießen! Bestärkt werde ich darin immer, wenn ich meiner Tochter dabei zusehe, wie sie mit „ihrer Schwester“ kommuniziert, den Bauch streichelt und küsst und sämtliche Spielsachen auf meinen Bauch legt, um sie der Schwester zu zeigen… Ihre Vorfreude ist eben einfach zuckersüß ansteckend… 🙂 Und man kann ja nicht nur „Pech“ haben im Leben 😉

Ich glaube, ich mache drei Kreuze, wenn unser Mäuschen dann endlich gesund zur Welt kommt und ich keine Angst haben muss, dass noch irgendwas im Mutterleib schief geht.

Ich weiß, da folgt dann die Angst, dass dem Baby irgendwas zustößt – aber wie sagt man so schön, mit dem Tag des positiven Tests beginnt eine Zeit der Angst und Sorge, die dich dein Leben lang nicht mehr loslassen wird. Mutterliebe eben… 😉

 

3 thoughts on “Schwanger nach einer Fehlgeburt

  1. Auch wenn dein Beitrag schon eine Weile her ist:Danke! Genau so einen Beitrag habe ich gesucht. 😉😊
    Ich bin aktuell auch schwanger nach Fehlgeburt und mir geht es ganz genauso. Ich hatte von Anfang an das Gefühl „dieses Mal geht alles gut“. Und ich habe das Gefühl noch immer und es fühlt sich so unfassbar gut an und doch gibt es diese Momente, wo mich die Angst einholt und wenn die Hormone dann noch dazu kommen erinnere ich mich an die Fehlgeburt und wie schrecklich das war und habe nur noch Angst … Angst dass dieses Gefühl doch falsch ist und es wieder blöd endet… Ich bin gerade mal ganz am Anfang und hoffe das wird immer besser, gerade nach den magischen 12 Wochen… Und zu lesen dass es jemandem soooo ähnlich ging und dann ein so tolles Babymädchen dabei herauskam tut sehr gut. ❤ Danke 😘

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    1. das freut mich, dass dir mein Bericht etwas hilft! Versuch auf dein inneres Gefühl zu hören, denn ich habe gelernt – das stimmt meist! Und wenn das Gefühl positiv ist, musst du dir auch immer wieder sagen „alles wird gut!“. Und denk dran: deine positive Einstellung wird sicher auch bei dem Würmchen ankommen! Alles gute und liebe für den Rest der Schwangerschaft!

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