Vereinbarkeit von Familie und Job?

Nun ist es soweit…am Montag beginnt schon der Februar. Und somit bin ich nun offiziell seit 1 Jahr wieder Arbeiten. Doch wie ist es mir in diesem einen Jahr als arbeitende Mama ergangen?

Nach unzähligen Absagen, die teilweise nachweislich einfach an dem Faktor „Frau mit Kind“ lagen, durfte ich vor ziemlich genau einem Jahr nach meiner Elternzeit endlich einen neuen Job antreten – und habe diesen noch bis heute.  Mir wurde die Wahl zwischen 40 und 36 Wochenstunden gelassen und ich entschied mich für letzteres. So habe ich wenigstens Freitag schon 12 Uhr Feierabend und kann mehr Wochenende mit meiner Familie genießen.  Und nun ist das erste Jahr in diesem Job schon vorbei und der Chef gratulierte bereits mit einem großen Blumenstrauß.

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Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Kind, wuchs ich immer mehr in die Rolle einer arbeitenden Mama hinein – hier in unserer Gegend leider eine Seltenheit.

Für uns ist es ein passendes Familienmodell, wenn Mama und Papa arbeiten. Zum einen ist es finanziell nicht anders machbar und zum anderen ist es mir auch wichtig, unter Leute zukommen und auch andere Aufgaben als das Mamasein und den Haushalt zu haben. Ein weiterer wichtiger Aspekt: ich liebe meinen Job – zumindest meistens 😉 Und nicht zu vergessen: Emily ist bei ihrer Tagesmutti super gut aufgehoben!

Allerdings muss ich auch sagen, dass das ohne meinen Mann und einem klar strukturierten Tagesablauf so auch nicht möglich wäre. Wir stehen jeden Morgen etwa 5:30 Uhr auf, kurz nach 6 Uhr verlassen der Papa und Emmi das Haus und kurz vor 7 mache ich mich dann auf den Weg zur Arbeit. Da die Tagesmutti auf dem Arbeitsweg vom Papa liegt, nimmt er sie gleich immer mit.

Am Nachmittag holt er Emily auch wieder ab und fährt anschließend bei mir vorbei, um auch mich von Arbeit abzuholen. Wenn wir dann zu Hause sind, bleibt ein bisschen Zeit für gemeinsames Spielen, Bücher ansehen, Kuscheln oder auch ein paar wenige Handgriffe im Haushalt. Nach dem Abendessen geht’s für Emily auch schon ins Bett. Das ist dann meistens so 19 Uhr/19:30 Uhr. Mama liest ihr dann noch ein Buch vor und nebenbei wird ausgiebig gekuschelt. Ist die Mama fertig mit vorlesen, darf Emmi selbst noch etwas im Buch blättern. Meistens schickt sie mich dann sogar aus dem Zimmer, um „ungestört“ zu sein. Doch heimlich beobachten wir sie manchmal dann doch und es ist sooo süß: sie sitzt dann in ihrem Bett, ihren Tigger im Arm und „liest“ sich das Buch dann nochmal selbst vor und erklärt sich selbst die Bildchen. Danach gibt’s  Gute-Nacht-Kussis und der Papa muss nochmal die Bettdecke aufschütteln und dann gehen wir aus dem Zimmer und Emmi schläft – meistens! Wir haben genug Tage, an denen es auch Theater gibt, wenn Madame schlafen soll 😉

Und somit ist der Tag auch schon rum bei uns. Wir haben dann noch zwei Stündchen für uns, ehe wir selbst auch ins Bett verschwinden. So vergeht bei uns Montag bis Donnerstag doch recht schnell. Freitag dürfen wir dann ja alle schon ab 12 Uhr ins Wochenende starten 🙂

Jetzt wird sicher die Frage aufkommen: Gut durchgeplant, okay – aber was, wenn das Kind mal krank ist? Berechtigte Frage. In so einem Fall, der nun mal recht häufig auftritt, haben wir glücklicherweise die Möglichkeit, uns mit dem „Zuhause bleiben“ abzuwechseln. Zudem habe ich das große Glück, einen verständnisvollen Arbeitgeber zu haben – gibt es leider auch nicht so oft in der heutigen Zeit.

Ich muss zugeben, wäre ich alleinerziehend, wären 36 Stunden arbeiten hier bei uns nur sehr schwer umsetzbar! SO ist es nur möglich, weil mein Mama und Papa an einem Strang ziehen. Mir ist bewusst, dass das Modell so für viele keine Option ist – doch für uns passt es so. Zumindest noch.  Ab September muss Emily voraussichtlich in den Kindergarten wechseln und da werden die Probleme wohl erst beginnen. Angefangen bei den für uns nicht passenden Öffnungszeiten… aber das habe ich euch ja schon ein paar Mal erzählt. Wenn es soweit ist, werde ich euch wieder auf dem Laufenden halten.

Nach dem einen Jahr kann ich nun also sagen: ich bereue es nicht und nachdem wir so ein eingespieltes Team sind, fällt es auch viel leichter, alles zu bewältigen. Mein Fazit also: wenn alle an einem Strang ziehen, ist es tatsächlich möglich, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen 🙂

Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht oder wie sieht das bei euch in Zukunft aus?

5 thoughts on “Vereinbarkeit von Familie und Job?

  1. Zum Thema Krankheit (fast vergessen!):

    Machen wir auch so – wechseln uns immer mal ab. Meistens bleibe ich den ersten Tag mit Kind zu Hause um mir ein Bild zu machen, wie „schlimm die Situation“ ist. Die Folgetage bleibt er dann mit Papa zu Hause auf Kinder-Krankenschein oder er bleibt bei den Omi’s. Da haben wir großes Glück, dass wir zwei verfügbare, liebe Omi’s im Ort (und Nachbarort) haben. Eine ist schon in Rente und die andere noch berufstätig, arbeitet aber nur bis Mittags. Es gab auch schon Situationen, an denen die eine Omi an die andere übergeben hat oder sie eben das kranke Kind hier bei uns zu Hause betreut haben, bis einer Feierabend hatte… oder ich bin später zur Arbeit noch gefahren, bis Oma da war… alles nicht so einfach. Aber mit einer guten Organisation ist alles möglich!

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  2. Ich gebe hierzu auch mal meinen Kommentar ab 🙂
    Bei uns läuft es im Grunde genau wie bei euch auch. Mama und Papa gehen beiden arbeiten.
    Er 40 Std/Woche und Ich 35 Std./Woche. Generell ist es schon machbar und wie du schon sagst, auch sehr wichtig, den Kindern diesen geregelten Ablauf vorzuleben. Anderseits ist es teilweise echt hart. Im Grunde hat man vom eigenen Kind am Tag fast gar nichts. Wenn man dann irgendwann Uhr zu Hause ist, bleibt bis zum Abendbrot nicht mehr viel Zeit. Danach kommt ja meistens nur noch Badewanne und ins Bett bringen. Da hatte ich Anfangs sehr mit zu kämpfen. Sich damit abzufinden. Vor Allem auch im Winter, wo es du im Dunkeln das Haus verlässt und im Dunkeln nach Hause kommst. Da kann man dann draußen kaum noch was machen mit den Kids.

    Leider ist es aber in Deutschland (und vielen anderen Ländern) so, dass es eben nicht anders geht als das beide Elternteile arbeiten müssen. Und wie du schon sagst: Es macht ja auch Spaß und man ist eben unter Leuten. Man muss halt zu sehen, wie man seine Rechnungen und den gewissen Lebensstandard finanzieren kann. Ohne Moos, nix Los 🙂

    Wir haben das Problem eher so an der Stelle mit der Pünktlichkeit früh morgens. Das Kind liebt zwar den Kindergarten an sich, muss aber jeden Morgen aufs Neue überredet werden dort hinzugehen. Er bummelt beim Anziehen, Zähne putzen, generell beim Aufstehen.. so dass wir oftmals wirklich unter Zeitdruck stehen oder gar zu spät zur Arbeit kommen (was bei mir nicht so schlimm ist, da meine Chefin da sehr kulant ist und ich demnach eher nach „Gleitzeit“ arbeite).

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  3. Das stimmt. Ich habe das Glück im öffentlichem Dienst zu arbeiten und dort kommt man mir wenn die Kids z.B mal krank sind echt entgegen. Ich glaube viele Frauen bleiben auch einfach nur Zuhause, weil es sich schlichtweg nicht einrichten lässt.

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  4. Ich kenne das was du schreibst nur zu gut. Auch bei uns im Viertel bin ich als Vollzeit-Berufstätige zweifach Mama eher ein Exot. Hinzukommt, das ich jede zweite Woche „Stroh- Alleinerziehend“ bin, da mein Mann viel weg ist. Auch hier funktioniert es nur wenn alle an einem Strang ziehen.
    Habt noch einen schönen Tag. lg, Chrissy

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