Die Sache mit dem schlechten Gewissen….

Erstens: es kommt immer anders, zweitens: als man denkt!

Im letzten Beitrag habe ich euch noch erzählt, dass uns nach 3 Wochen Urlaub nun wieder der Alltag erwartet. Pustekuchen! Wir haben den Sonntagnachmittag beim Bereitschaftsdienst verbracht, da Emilys Husten immer schlimmer wurde, sie seit Sonntag Morgen vermehrt über Halsschmerzen klagte und sie seit ihrem Mittagsschlaf auf einmal hohes Fieber hatte. Seit kurz vor Weihnachten ist Emily krank, mit ca. 5 Tagen Pause, wo mal alles okay war! Erst Erkältung und nun: fette Bronchitis. Ich hoffe sehr, wir bekommen das nun mit dem Medikament in den Griff. Nachdem ich mit meiner Arbeitskollegin telefoniert habe und schon angekündigt habe, morgen nicht wie geplan auf Arbeit zu erscheinen, damit ich mich um unsere Maus kümmern kann, habe ich auch – brav wie ich bin 😉 – meinem Chef und seinem Vertreter eine Mail geschickt. Nachdem ich auch darauf verwiesen habe, im Fall der Fälle telefonisch erreichbar zu sein, rief Letzterer mich auch prompt zurück: „Ohweh, das ist aber gar nicht gut – da haben wir jetzt ein Problem“. Ein paar Dinge müssten noch erledigt werden und dafür würde man mich dringend brauchen. Nein – es gab keine Vorhaltungen oder ähnliches, weil ich nicht komme! Dafür sind meine Kollegen viel zu lieb und verständnisvoll – zum Glück! Wir einigten uns darauf, zu versuchen, das Problem anderweitig zulösen und verabschiedeten uns nach einem kurzen Gespräch wieder.

Und schwups da war es: MEIN SCHLECHTES GEWISSEN! Nicht, weil ich auf das Wichtigste in meinem Leben aufpasse und sie gesundpflege und weil sie ihre Mama jetzt besonders doll braucht! NEIN! Sondern weil ich wieder den Wunsche habe, mich am liebsten zweiteilen zu können, um es allen recht zu machen. Und ein schlechtes Gewissen, weil es mir in dem Punkt nicht gelungen ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen und wir einfach finanziell auf den Job angewiesen sind. Noch dazu mag ich meinen Job ja auch! Ich bin ein Mensch, der am liebsten alles auf einmal machen möchte. Ideal wäre es, in diesen Fällen im Home-Office arbeiten zu können (leider ist das in meiner Position nicht möglich), um so das Wichtigste auf der Welt mit der Arbeit verbinden zu können. Ja natürlich ist mir meine Tochter das Wichtigste auf der Welt und meine Wahl fällt immer immer immer auf SIE! Mir ist bewusst, dass es unzähligen anderen Mamas genauso geht – immer zwischen den Stühlen zu stehen zwischen Familie und Verantwortung. Immer dieser Wunsch, allem und jedem gerecht zu werden. Und irgendwie hat man als Mama auch immer diese Angst, man könne den Job ganz schnell wieder verlieren oder sich zumindest auf Arbeit großen Ärger einfangen. Da stellt sich mir doch wieder die Frage: muss das sein? Müssen Unternehmen wirklich so engstirnig und noch immer nach dem veralteten Rollenmuster MANN-FRAU denken? Ist genau das wirklich sinnvoll, wo doch an anderer Stelle immer wieder gelobt wird, wie familienfreundlich Deutschland ist und dass Frauen hier die Möglichkeit haben, auch mit Kindern Karriere zu machen? Ich weiß von vielen anderen bloggenden Mamas, deren Blogs ich gerne verfolge, dass sie oft genug vor dem selben Problem stehen. Und oft ist, wie auch bei uns, keine Oma und kein Opa in der Nähe, die mal aushelfen können. Wieso nur stehen Frauen mit Kindern so unter Druck? Machen wir uns den Druck vielleicht auch selbst? Doch woher kommt diese Angst, man könne den Job ganz leicht wieder verlieren, nur weil man Kinder hat? Ich habe wirklich super verständnissvolle Chefs und Kollegen und wir sind ein recht kleines Team. Alle wussten von vornherein, dass ich eine kleine Tochter habe, die auch ab und an krank sein wird. Und alle haben das so akzeptiert. Mir ist bewusst, dass ich mich da wahrlich glücklich schätzen kann. Ich selbst habe da auch schon Anderes erlebt. Dennoch bleibt dieses ungute Gefühl, zwischen den Stühlen zu stehen und die Angst, am Ende den Job doch zu verlieren.

Für mich ist nichts wichtiger, als meine kleine Maus und meine Familie! Und trotzdem: das schlechte Gewissen bleibt….

9 Kommentare zu „Die Sache mit dem schlechten Gewissen….

  1. Ich fühle mit dir und kann es zu 100% nachvollziehen. Mir geht es meistens ganz genau so. Man hat Angst und traut sich nicht, mit krankem Kind zu Hause zu bleiben. Bei mir liegt es eher daran, dass wir ein sehr kleines Team aus 3 Leuten im Büro sind. Jeder hat seine Aufgabe – wie in einem Puzzle. Wenn jemand Urlaub hat oder man krank ist, müssen die anderen deinen Job irgendwie mit machen. Obwohl sie eigentlich einen anderen Aufgabenbereich haben und so eine Vertretung dann immer doppelt schwierig ist.Und dann ist man manchmal ja auch selbst noch krank… da grübelt man dann schon, ob man jetzt auch noch mit Kind zu Hause bleiben „kann/darf“, wobei diese Frage sich in meinen Augen eigentlich gar nicht stellen dürfte. Diese kleinen hilflosen Wesen, für die wir uns bewusst entschieden haben, brauchen uns, weil es ihnen schlecht geht. Natürlich muss man bei ihnen sein. Ich persönlich finde es enorm schlimm zur Arbeit zu gehen, mit dem Wissen mein Kind ist krank zu Hause (und wird betreut von Oma, Opa oder seinem Papa). Man kann sich dann kaum konzentrieren… Aber die Pflicht ruft. Man will es allen recht machen und ist letztendlich froh einen Job zu haben!

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  2. Ach Du Liebe, diese Gedanken sind ganz normal, besonders wenn man nach dem Kind nach einem Job gesucht hat wie Du. Ich selber habe Glück, wir alle sind nicht so anfällig auf Krankheiten, aber wenn es mal passiert, dann immer im unpassendem Moment wie bei dir jetzt nach 3 Wochen Urlaub. Las ich noch in der Ausbildung war hatte ich oft solche Gewissensbisse, aber das geht vorbei und dein Chef muss leider damit rechnen. Gut, der Papa kann sich auch die Krankheitstage nehmen und muss es vielleicht wenn die Mama keine mehr hat, aber manchmal passt es bei ihm ja auch nicht.
    Mach Dir nicht solche Gedanken, sowas passiert und Dein Chef ist sich dessen bewusst und ein Kündigungsgrund ist es auch nicht. Genieß die Zeit mit Emmi und peppel sie wieder auf. Alles wird gut 🙂
    Gute Besserung der Maus und liebe Grüße.

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    1. Ja da hast du recht, mein mann war im letzten jahr wirklich oft daheim, eigentlich fast immer, wenn etwas war mit Emmi, damit ich gut durch die probezeit usw komme. ach naja, das wird schon werden… 😍😉 danke für deine lieben worte! 😘

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  3. Vielleicht ist es ein Trost, vieleicht nervt es jetzt nur…
    Du bist mir dieser Art schlechtem Gewissen nicht allein.
    Ich hoffe, dass deine kleine sich schnell erholt. Versuch das Gewissen in eine Schublade zu stecken. Es könnte dir im Moment nur im weg sein. Aber du bist damit nicht allein.
    Liebe Grüße

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