Gastartikel: Ein Kind erobert die Welt – Spaß am Lernen und Entdecken!

Huhu ihr Lieben,

im Zuge meiner Kooperation mit Isa von dem Blog http://www.welten-bummeln.de/ hat Sie einen Gastbeitrag für meinen Blog geschrieben, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Für sämtliche Inhalte ist Isa selbst verantwortlich. Aber nun lest selbst 🙂

Kinder sind kleine Entdecker.
Von Geburt an ist ein Kind wissbegierig und hat Freude am Lernen. Es erfasst die Umgebung mit allen Sinnen und versucht, die Umwelt Stück für Stück zu begreifen.
Im Laufe der ersten Lebensjahre reifen die Sinne weiter aus. Mit jedem Stimulus lernt das Kind, seine Umgebung differenzierter wahrzunehmen, diese Wahrnehmungen zu verarbeiten und in das schon vorhandene Wissen zu integrieren.
Somit baut sich Stück für Stück ein mentales Wissenssystem auf, das sich ein ganzes Leben weiter ausbauen lässt.

Eine wichtige Fähigkeit, die zur Aufnahme neuer Wissensinhalte benötigt wird, ist die Aufmerksamkeit. Alles was neu und anders ist, finden Kinder besonders interessant.
Da zu Beginn für Kinder fast alles „neu“ ist, wollen sie auch alles ausprobieren und erkunden.

Genau dieser Forscherdrang ist essenziell, um sich stetig neues Wissen anzueignen. Babys testen zum Beispiel durch lautieren spielerisch ihre Sprechorgane aus. Während der ersten Monate fällt es noch schwer, sich von der Rückenlage auf die Bauchlage zu bewegen – in dieser Zeit sind die Dinge in der unmittelbaren Umgebung sowie der eigene Körper im Fokus der Aufmerksamkeit. Sobald ein Kind aber krabbelt und die ersten Schritte macht, hat sich der Entdeckerradius vergrößert.

Jetzt beginnen Kinder damit, Schubladen aufzumachen, Kisten ein- und auszuräumen, Sachen in den Mund zu stecken und die Funktionen der Dinge auszuprobieren.
Einen Ball kann man rollen, aber auch werfen oder springen lassen.
Sehr spannend in diesem Alter ist zum Beispiel eine Kugelbahn. Eine Kugel wird immer wieder von neuem oben eingeworfen. Für Erwachsene ist es oft unbegreiflich, was die Faszination einer so einfachen, wiederholenden Handlung ausmacht.
Aber Kinder nehmen während des Spiels viele Reize wahr, die sie Schritt für Schritt verarbeiten müssen. Wie sieht die Kugel aus, wenn sie sich dreht? Wo ist der Anfang des Spiels, wo ist das Ende? Was macht die Kugel? Wie klingt es, wenn die Kugel über das Holz rollt?

Das Kind lernt in dieser Situation, sein Wissen über die Objekte der Umwelt spielerisch zu erweitern. Es lernt die Funktionen der Dinge kennen, nimmt das Ereignis mit allen Sinnen wahr. Besonders die vielen Wiederholungen sind wichtig. Als Erwachsener kann man diese Situation nutzen, um den Wortschatz des Kindes zu erweitern. „Rolle, rolle, rolle – die Kugel rollt die Kugelbahn hinunter. Fertig gerollt. Jetzt ist sie unten. Noch einmal? Du wirfst die Kugel ein. Rolle,rolle….“
Die Aufgabe des Kindes ist es nun, das Wort (z.B. rollen“) der jeweiligen Handlung / dem Objekt zuzuordnen.
Als Erwachsener kann man dies noch weiter fördern, indem man die Kugel zum Beispiel einmal auf dem Boden rollen lässt, oder auf der Handfläche. Auch einen Ball oder ein Nudelholz kann man rollen. Das Kind lernt so, dass das Wort „rollen“ in vielen verschiedenen Kontexten verwendbar ist. Auch andere Objekte können gerollt werden.
Außerdem findet eine häufige Wiederholung des Wortes statt. Kinder versuchen, die Sprachbewegungen der Erwachsenen zu imitieren und kommunizieren auf diese Weise mit den Erwachsenen. Dieses Prinzip des Vormachens und Nachmachens ist essenziell, um zu lernen.

Sehr wichtig ist, dass Kinder zuerst alles in der konkreten Handlung und Erfahrung begreifen. Das Wort „Begriff“ ist nicht umsonst so eng verwandt mit dem Tätigkeitswort „begreifen“. In „begreifen“ steckt das Wort „greifen“. Kinder müssen Dinge angreifen können, um sie verstehen zu lernen. Haben sie ein bestimmtes Objekt/ eine Handlung mit dem sprachlichen Wort verknüpft und in verschiedenen Kontexten kennengelernt, können sie es auch auf abstrakterer Ebene adäquat verwenden. Sie erkennen zum Beispiel einen Hund im Bilderbuch wieder. Die nächste Stufe ist es, nur bei der abstrakten Wortnennung „Hund“ eine mentale Repräsentation zu erzeugen.

Kinder sind mit einem Entdeckergeist auf die Welt gekommen, sie wollen stetig dazulernen. Das Wort „Lernen“ hat unter Erwachsenen oft einen negativen Beigeschmack, da viele in der Schule nicht die besten Erfahrungen gemacht haben. Doch Lernen kann so etwas Tolles sein! Wichtig ist nur, dass der „Lernstoff“ im eigenen Interesse ist.
Lernen soll Spaß machen!

Am Meisten lernen Kinder dazu, wenn Sie selbstaktiv etwas ausprobieren können.
Hier ist das Ursache-Wirkung-Prinzip bedeutend, damit sich die Kinder als selbstwirksame Persönlichkeiten erleben. Sie merken, dass sie selbst etwas verändern und bewirken können. Kinder können eigene Hypothesen überprüfen und erweitern so ständig ihr Wissen.
Eine ideale Lernumgebung ist die Natur.

Hier gibt es so vieles zu entdecken und erforschen. Außerdem ist das Kind ständig in Bewegung und lernt so auch motorisch stetig dazu. Ein Waldspaziergang (optimal für Kinder: Zauberwanderweg, Märchenwanderweg,…) mit anschließendem Besuch eines Spielplatzes ist ein idealer Lernort.
Während der Wanderung und am Spielplatz werden unterschiedlichste Bewegungsabläufe trainiert. Das Kind nimmt unterschiedliche Geräusche und Gerüche wahr, über die man reden und diskutieren kann. Am Spielplatz sind oft auch andere Kinder, somit kann das eigene Kind auch die sozialen Fähigkeiten erweitern.
Außerdem lernen Kinder besonders im Miteinander viel dazu.
Auch während der Schulzeit sollte der Entdeckergeist nicht verloren gehen. Sobald man einem bestimmten Lernstoff eine Bedeutung gibt (zum Beispiel nach der Mathematik-Hausübung „Einkaufen“ spielen und die gelernten Kompetenzen gleich praktisch ausprobieren) macht das Lernen auch Sinn und Spaß. Natürlich ist dieses Prinzip gerade in der Schulzeit nicht immer anwendbar. Aber eine vermehrte, praktisch orientierte Lehrweise in der „Schule der Zukunft“ wäre wünschenswert!

Verfasst von Isa Weltenbummlerin, die als Reisebloggerin, Logopädiestudentin und Genießerin die Welt erkundet!

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