"Zeit für Mama" – mein (schwieriger) Weg zu den kleinen Auszeiten vom Mama – Alltag

Unser erstes Osterfest in der neuen Heimat...

Mama sein – der schönste, aber auch einer der stressigsten Jobs der Welt. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche auf Abruf bereit stehen, sich sorgen und die Kinder, Mann und Haushalt versorgen. Der Kopf ist voller Dinge, die unbedingt noch erledigt werden wollen/ sollen – man steht oftmals unter Strom. Seien wir doch mal ehrlich: Mama sein ist wirklich nicht immer nur Zuckerschlecken!

Umso wichtiger ist es, dass sich Mama (und/oder Papa) auch mal kleinere (oder unter Umständen auch größere) Auszeiten nehmen. Und das ist am Anfang, zumindest nach meiner eigenen Erfahrung, viel einfacher gesagt, als tatsächlich in die Tat umgesetzt.
Ja, ich muss zugeben, am Anfang habe ich das gar nicht auf die Reihe bekommen mit Baby, Haushalt, Partner und Zeit für mich selbst…
Da lag sie nun neben mir in ihrem Bettchen – unsere traumhafte Prinzessin, unser Ein und Alles, unser absolutes Wunschkind. Tagsüber friedlich schlafend und trinkend, nachts dafür putzmunter und nur am Weinen. Das Weinen lag, wie wir später erfahren durften, letztendlich an den berüchtigten Dreimonatskoliken. Doch das nur am Rande.
Also da saß ich nun und sah meiner kleinen Maus beim Schlafen zu, übermannt von meinen Gefühlen, dem Hormonchaos und der unbeschreiblich heftigen Müdigkeit. Kaum entschied ich mich, selbst mal die Augen zu schließen, wurde Emily wach und hielt uns wieder auf Trab. Das führte dazu, dass ich teilweise echt überfordert war, Emilys Bedürfnissen gerecht zu werden und trotzdem Haushalt und alles was noch anfällt auf die Reihe zu bekommen.
Von vielen Seiten kam der Hinweis, ich solle mir mal Zeit für mich nehmen, das würde Wunder wirken und wäre enorm wichtig. Für mich zum damaligen Zeitpunkt nicht nachvollziehbar – wo soll ich das denn noch unterbekommen? Doch genau DAS ist der Punkt: Um sich selbst mal ein wenig Ruhe zu gönnen oder einem kleinen Hobby nachgehen zu können, war es für mich unglaublich wichtig, eine ordentliche Struktur in den Alltag zu bekommen. Zu geregelten Zeiten aufstehen, essen, spazieren gehen. Und zu meinem absoluten Erstaunen wurde durch den Rhythmus auch das Miteinander zwischen Emily und uns um einiges leichter. Ich erkannte, dass sie halbwegs regelmäßige Schlafenszeiten hat, in denen ich mich um Haushalt und Co. kümmern konnte, wodurch auch mein persönlicher Wohlfühlfaktor langsam aber stetig stieg. Die Schlafenszeiten änderten sich natürlich regelmäßig aber ich lernte, mich auch daran anzupassen.
Als Emily etwa 4 bis 5 Monate alt war, wurden wir immer mehr zu einem eingespielten Team, kamen auch alleine unter der Woche, wenn Papa auf Montage war, immer besser miteinander klar und ich hatte meinen Tag mittlerweile so gut strukturiert, dass ich immer mehr Zeit fand, mal wieder meinen Interessen nachzugehen – Lesen, TV gucken, Telefonieren…Im Laufe der Monate fühlte ich mich Stück für Stück wieder wie eine eigenständige Frau, die nicht NUR Mama ist, sondern auch eigene Bedürfnisse hat. Und nicht zu vergessen, soll ja auch die Partnerschaft nicht zu kurz kommen.
Jetzt ist Emily fast 18 Monate alt und ich habe das Alltagschaos mit Haushalt, Jobsuche und Kind mittlerweile so gut im Griff, dass ich abends, wenn Emily im Bett ist immer mal ein bisschen Zeit für mich und meine Interessen habe. Sobald ich einen Job gefunden habe, wird sich die jetzige Struktur natürlich auch nochmal ändern. Haushalt und Co. können dann eben nicht mehr erledigt werden, wenn Emily bei der Tagesmutti ist sondern müssen eben nach Arbeit erledigt werden. Durch unseren Umzug im vergangenen Jahr, muss der Papa ja aber glücklicherweise nicht mehr auf Montage und greift mir gut unter die Arme.
Mir ist bewusst, dass es vielen Mamas auch gar nicht so schwer gefallen ist, sich in den Alltag mit Kind hineinzufinden. Diese Muttis habe ich damals beneidet ohne Ende! Doch mittlerweile kann ich euch Mamas, die damit ebenso Schwierigkeiten haben wie ich damals, nur den Tipp geben: STRUKTUR und ein geordneter Tagesablauf sind die halbe Miete! Mit der täglichen Routine erkennt man auch viel leichter, zu welchen Zeiten mal Zeit für einen selbst oder auch als Paar bleibt. Wenn Mama (und Papa) glücklich und zufrieden sind, merken die kleinen Mäuse das ganz genau und werden ebenfalls oftmals viel ruhiger. Für uns eine hervorragende Basis für ein harmonisches Familienleben. Wenn ihr euch unsicher oder hilflos fühlt, bittet eure Hebamme, Familie oder Freunde um Hilfe! Ihr seid nicht alleine!
Also liebe Mamas und Papas: Gönnt euch hier und da mal ein paar Auszeiten, selbst wenn es nur mal ein heißes Bad für 15 Minuten ist. Einfach mal alles von sich strecken und den Gedanken freien Lauf lassen wirkt manchmal Wunder! Gern könnt ihr mir ja mal von euren Erfahrungen berichten!
In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch eine gute Nacht und bis zum nächsten Mal!

Ein Kommentar zu „"Zeit für Mama" – mein (schwieriger) Weg zu den kleinen Auszeiten vom Mama – Alltag

  1. Ja, da hast du Recht 🙂 Eine gute Struktur in den Tag zu bringen bewirkt Wunder, wenn man Mama wird 🙂 Bei uns klappt das ganz gut. Zu Beginn habe ich die Pausen nur zum Aufräumen und wichtige Aufgaben erledigen genutzt, wenn mein Kleiner mal schlief. Jetzt versuche ich aber auch immer mehr darauf zu achten, mir in dieser Zeit auch mal etwas Gutes zu tun 🙂

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