Von dem bösen Monster Namens "Schub"

 Unsere Spielzeug - Favoriten

Es ist 6:30 Uhr. Noch im Halbschlaf greife ich im Dunkeln nach meinem Handy, um den Wecker auszustellen. Aber halt, mein Wecker ist aus – wieso weckt er mich dann? Ach, das ist das Babyfon…Emily weckt mich wieder mit ihrem „sanften“ Gebrüll. Hinter uns liegt wieder einmal eine Nacht, die unser Töchterchen zum Tag gemacht hat. ich weiß nicht die wievielte Nacht das so geht, nach 1 Woche habe ich aufgehört zu zählen.
Ein Hoch auf die scheinbar nie enden wollenden und immer wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungsschübe!

Völlig schlaftrunken wanke ich zu Emily ins Zimmer, mache das Licht an und werde mit einem strahlenden Lächeln und fröhlichem Geplapper empfangen. Meine Laune verbessert sich schlagartig – mir bleibt ja auch nichts anderes übrig bei diesem zuckersüßen Blick.
Doch schon beim Wickeln und Anziehen geht das Theater weiter. Wickeln – etwas, was Emily zur Zeit absolut gar nicht mag und sich auch vehement mit Armen und Beinen dagegen zu wehren weiß. Als sie nach einem regelrechten Kraftakt endlich fertig angezogen ist, lasse ich sie noch etwas spielen, während ich mich im Bad fertig mache und das Frühstück zubereiten möchte. Das war zumindest der Plan. Doch Emily klebt wie ein Kaugummi an mir. Sehr typisch für diese Schübe, auf der einen Seite schön auf der anderen Seite auf die Dauer wirklich anstrengend. Doch irgendwie schaffen wir zwei es doch noch, auf einen grünen Zweig zu kommen und kommen gerade noch pünktlich zum Bus, um zur Tagesmutti zu fahren. Da wir in einer eher ländlichen Gegend wohnen, haben wir etwa eine halbe Stunde Busfahrt bis zur Tagesmutter. Nach 10 Minuten Fahrt steigen immer Schulkinder der 1. und 2. Klasse mit ein. Ein Moment, über den sich nicht nur Emily riesig freut. Ich kann mich mal entspannt zurücklehnen und beobachten, denn Emmi ist jeden Tag aufs Neue total fasziniert davon, den Kindern beim Reden, Spielen oder Quatsch machen zuzusehen und freut sich jedes Mal wenn die Kinder auch auf sie eingehen. Ich genieße es, ihr dabei zu zusehen. Doch die letzten 10 Minuten unserer Busfahrt verbringen wir wieder ohne die Kinder und gerade in solchen Wachstumsschüben bin ich jedes Mal heilfroh, wenn das möglichst reibungslos funktioniert. Wir haben da schon so einiges durch bis hin zum durchgängigen Brüllen ohne Ende. Für Mama ist das immer besonders unangenehm, auch wenn Kinder sowas nun mal machen.
Ich bin sehr erleichtert darüber, dass Emily so gern zu Ihrer Tagesmutti geht. Sobald wir bei ihr reinkommen, bin ich komplett abgeschrieben und sie will mit den anderen Kindern spielen. Somit weiß ich wenigstens, dass es ihr dort gut geht und kann beruhigt nach Hause fahren, wo trotz meines immensen Schlafmangels der Haushalt und die tägliche Jobsuche auf mich warten bis ich Emily am frühen Nachmittag wieder abhole.
Natürlich geht das Gequengel gleich weiter, sobald wir im Bus sitzen – sehr zu meiner Freude. Sie verlangt nach einem Keks, will ihn dann doch nicht. Ihr Getränk fliegt quer durch den Bus und sie meckert und zickt ohne erkennbaren Grund. Aber immer wieder sage ich mir: „Ganz ruhig, das ist alles nur eine Phase“.
Nach einem ausgiebigem Spaziergang widmen wir uns zu Hause Emilys zahlreichem Spielzeug – eine Zeit die sowohl Emily als auch ich sehr genießen. Obwohl sie ihr Spielzeug eigentlich in und auswendig kennen dürfte, entdeckt sie ständig etwas neues, für sie hochinteressantes. Oft wünschte ich mir beim Beobachten, einfach mal in ihr kleines Köpfchen schauen zu können, was in ihr so vorgeht.
Es dauert aber nicht lange und Emily wird müde und damit verbunden wieder sehr weinerlich, eigentlich viel zu zeitig aber gut, da passen wir uns spontan an. Zeit fürs Baden und Bettchen. Emily badet eigentlich sehr gerne, doch ausgerechnet heute hat sie so absolut gar keine Lust darauf. Ihre Laune (und damit verbunden auch meine) steigt schlagartig, als der Papa nach seinem langen Arbeitstag endlich nach Hause kommt und sie in seine Arme schließt. Für Emily ist in diesem Moment die Welt wieder voll und ganz in Ordnung. Ich liebe dieses Bild, wie sich die beiden in den Armen liegen, so sehr.
Erschöpft und platt bringen wir Emily nach dem Abendbrot ins Bett und bereiten uns schon wieder mental auf das stundenlange Theater vor, was uns Nachts erwartet. Dem bösen Monster „Schub“ sei Dank…
Doch uns erwartet eine Überraschung: die Nacht verläuft erstaunlich ruhig. Es scheint als hätten wir das Monster auch dieses Mal endlich wieder besiegt.
Wenn ich meine Prinzessin so beim Schlafen beobachte, weiß ich, dass egal wie schlimm und nervig solche Phasen sind, sich all die Mühe und Not lohnt und das die kleinen Mäuse in solchen Phasen nichts mehr brauchen als die Nähe und Unterstützung von Mama und/oder Papa. Die neuen Kenntnisse und Fähigkeiten nach so einem Schub und das glückliche Lächeln der Kleinen entschädigen einfach für alles und lässt den Stolz der Eltern enorm wachsen. Auch die nächsten dieser Monster werden wir besiegen!

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